Theresa Ungru aus Hörstel ist Landwirtin des Jahres 2026
Theresa Ungru vom Hof Ungru in Hörstel-Dreierwalde in Nordrhein-Westfalen ist bei der 13. Verleihung des CERES AWARD in Berlin als Landwirtin des Jahres 2026 ausgezeichnet worden. Zuvor hatte sie die Kategorie Unternehmerin gewonnen und sich auch den Gesamtsieg gesichert.

Der Titel „Landwirtin des Jahres“ geht in diesem Jahr nach Nordrhein-Westfalen: Theresa Ungru aus Hörstel nahm den Fachpreis am 21. Oktober in Berlin entgegen. Damit ist sie die dritte Frau, der der Gesamtsieg des CERES AWARD gelingt.
Bei der Nacht der Landwirtschaft am 21. Oktober im Kosmos in Berlin gewann Ungru zunächst die Kategorie Unternehmerin und holte sich anschließend auch den Gesamtsieg des CERES AWARD. Sie darf sich nun „Unternehmerin des Jahres 2026“ und „Landwirtin des Jahres 2026“ nennen.
Bei der 13. Verleihung des CERES AWARD kamen im Kosmos Berlin über 300 Gäste zusammen, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Bundes- und Landespolitik, der Wirtschaft und der Verbände sowie die besten Landwirtinnen und Landwirte aus Deutschland und Österreich. Im Mittelpunkt des Abends standen die 21 Finalistinnen und Finalisten, deren besondere Leistungen auf einer großen Leinwand vorgestellt und gewürdigt wurden.
Die sieben Kategoriesieger erhielten jeweils 1.000 € Preisgeld. Ungru erhält als Landwirtin des Jahres 2026 zusätzlich 20.000 €, mit dem sie ein Projekt unterstützen soll, das das Ansehen der Landwirtschaft in der Bevölkerung stärkt.
Theresa Ungru leitet seit 2012 den Familienbetrieb Hof Ungru in Hörstel-Dreierwalde in Nordrhein-Westfalen. Der Veredlungsbetrieb verfügt über knapp 2.000 Mastplätze und 110 Hektar Ackerfläche.
In der Schweinemast arbeitet Ungru mit einem eigenen Tierwohlkonzept und dem ITW-Standard der Stufe 2. Um Starkregen und Dürrephasen gut zu überstehen, setzt sie auf regenerativen Ackerbau.
Zusätzlich ist Ungru Mitgeschäftsführerin zweier Bürgerwindparks mit 18 Windkraftanlagen, die Strom für etwa 30.000 Haushalte produzieren. Sie trieb die Gründung des Bürgerenergieverbunds Steinfurt maßgeblich voran.
Die Netzwerkplattform vertritt elf Bürgerwindparks aus dem Kreis Steinfurt mit 84 Windkraftanlagen und rund 3.500 direkt beteiligten Bürgerinnen und Bürgern.
Für die Jury gab gerade dieses Engagement den Ausschlag: Ungru beschränke unternehmerische Verantwortung nicht auf den eigenen Hof. Sie schaffe Akzeptanz für erneuerbare Energien, halte Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region und zeige zugleich, wie sich ein landwirtschaftlicher Betrieb konsequent weiterentwickeln lasse.
Ihr unternehmerisches Prinzip fasst Ungru mit den Worten „Stillstand ist Rückschritt.“ zusammen.
Anke Fritz, Chefredakteurin von agrarheute, sitzt sowohl in der Jury der Kategorie Unternehmerin als auch in der Jury für den Gesamtsieg. Dadurch habe sie Ungru gut kennenlernen können. Fritz sagt, Ungru habe eine Vision, breche mit typischen Rollenbildern, setze Prioritäten und hole sich Hilfe, um gut und frei arbeiten und vor allem gestalten zu können; das habe sie persönlich sehr beeindruckt.