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Findungskommission schlägt Michael Mronz als DOSB-Präsidenten vor – Verbände beraten weiter

Der Kölner Sport- und Eventmanager Michael Mronz soll nach dem Willen einer Findungskommission neuer Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes werden. Gewählt wird im Dezember. Spitzenverbände und Landessportbünde wollen ihre Beratungen fortsetzen, bis zum 30. Oktober können sich weitere Kandidaten bewerben.

sportschau.de · 06.10.2026 · 12:03 Uhr

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Die Findungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat Michael Mronz als neuen Präsidenten vorgeschlagen. Der 59-Jährige aus Köln ist Sport- und Eventmanager und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Er steht hinter den Weltreiterspielen in Aachen und ist der Ehemann des verstorbenen FDP-Politikers Guido Westerwelle. Nach Darstellung von sportschau.de ist er politisch gut vernetzt, besonders in Nordrhein-Westfalen. Lange galt er als treibende Kraft hinter einer Olympia-Bewerbung des Landes.

Ob Mronz im Dezember tatsächlich zum DOSB-Präsidenten gewählt wird, ist aber offen. Das Votum der Findungskommission fiel klar aus. Doch in der Mitteilung des DOSB zur Empfehlung heißt es, die Spitzenverbände und die Landessportbünde hätten den Vorschlag beraten und sich darauf verständigt, ihre Beratungen nach Ablauf der Bewerbungsfrist fortzusetzen. Sportschau.de liest daraus, dass die einflussreichen Verbände nicht uneingeschränkt von Mronz überzeugt sind.

Bei einem Treffen der Spitzenverbände mit dem DOSB wurden demnach Zweifel am Vorschlag der Kommission geäußert. Laut Medienberichten fiel Mronz' Vorstellung seiner Visionen für den Sport „solide“ aus, und die Vorbehalte hätten nichts mit seiner Kompetenz zu tun. Nach Einschätzung von sportschau.de geht es eher um einen Machtkampf und um die Vorgeschichte des Bewerbers.

Schon eine Woche zuvor war die Personalie sichtbar. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden, auf der über die deutsche Olympiabewerbung entschieden wurde, war Mronz laut sportschau.de das „Tuschelthema“. Man sagte ihm eine zu große Nähe zur Bewerbung KölnRheinRuhr nach. Auch seine allgemeine Verflechtung mit der NRW-Politik kommt demnach bei vielen Verbandsvertretern nicht gut an.

Lange war es eine Privatinitiative von Mronz, die versuchte, Olympische Spiele zwischen 2024 und 2032 an Rhein und Ruhr zu holen. Alle Versuche scheiterten. An den jüngsten Anläufen war er nach Angaben von sportschau.de zwar nicht aktiv beteiligt. Der Reitsport sollte aber in Aachen stattfinden, am Ort seiner Weltreiterspiele. Deshalb wurde im Vorfeld offen darüber diskutiert, ob Mronz bei der Entscheidung zwischen München und KölnRheinRuhr befangen sei. Er war bei der Abstimmung stimmberechtigt.

Dass diese Debatte schlecht ankam, zeigte laut sportschau.de das Ergebnis: München erhielt mit deutlichem Vorsprung den Zuschlag für die internationale Olympia-Bewerbung, NRW ging leer aus. Auf der anschließenden Pressekonferenz wurde Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gefragt, ob Aachen Austragungsort für das Reiten werden könne. Er antwortete mit einem lauten „Nein“. Die festgelegten Orte hätten Bestand, daran wolle man nichts mehr ändern, sagte Söder.

Auch in der NRW-Politik sehen es einige nicht gern, wenn Mronz bei großen Sportevents im Spiel ist. Vor allem bei SPD und Grünen gibt es laut sportschau.de immer wieder Unmut über das IOC-Mitglied, während CDU und FDP weiter fest zu ihm stehen. Wie sich das auf seine Bewerbung auswirkt, bleibt abzuwarten.

Weitere Kandidaten können sich noch bis zum 30. Oktober bewerben. Als aussichtsreichster Gegenkandidat von Mronz gilt Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union. Der bisherige DOSB-Präsident Weikert hatte in der vergangenen Woche erklärt, im Dezember nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen.

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