Neuss: Landesgartenschau endet mit rund 750.000 Besuchern
Die Landesgartenschau in Neuss geht am Sonntag bei freiem Eintritt zu Ende. Nach Angaben der Verantwortlichen kommen rund 750.000 Besucher auf die Galopprennbahn, deutlich mehr als geplant. Abends sind ein Konzert und eine Drohnenshow vorgesehen. Danach soll das Gelände zum Bürgerpark werden.

Die Landesgartenschau in Neuss endet am Sonntag mit freiem Eintritt. Bis zum Abschluss werden rund 750.000 Besucher die Galopprennbahn besucht haben, deutlich mehr als erwartet. Das Gelände soll anschließend als Bürgerpark erhalten bleiben.
Um 13 Uhr versammelten sich Hunderte Besucher, Helfer und Freiwillige zu einem Drohnen-Abschlussfoto. Außerdem gab es Blumensträuße, die an den Blumenbeeten geschnitten wurden. Am Abend sind ein letztes Konzert und um 21:15 Uhr eine letzte Drohnenshow geplant. Solche Shows fanden schon an den vergangenen Wochenenden großen Zuspruch. Danach sollen Besucher gemeinsam mit den Beschäftigten und den vielen Freiwilligen noch einmal feiern und den Abschluss der Gartenschau genießen.
Zur Eröffnung Mitte April hatten die Organisatoren 650.000 Besucher als Zielmarke ausgegeben. Diese Marke haben sie nach eigenen Angaben übertroffen, auch wenn es zwischenzeitlich nicht danach aussah. Vor allem Spätsommer und Herbst lockten noch einmal viele Menschen nach Neuss. Gut an kamen demnach die „Herbstlichter“ mit großen Laser- und Drohnenshows sowie Lichteffekten nach Einbruch der Dunkelheit. Der besucherstärkste Tag war Samstag, der 3. Oktober, mit 9.500 Gästen.
Nach Angaben der Verantwortlichen waren rund 15 Prozent der Besucher Kinder oder junge Erwachsene. Das seien mehr als sonst bei Landesgartenschauen.
Die Landesgartenschau in Neuss hat insgesamt rund 60 Millionen Euro gekostet, etwas mehr als die Hälfte davon wurde durch Fördermittel finanziert. Aus dem Ticketverkauf kamen in den vergangenen Monaten insgesamt 6,6 Millionen Euro zusammen.
Zwei Jahre lang haben Architekten, Planer und Landschaftsgärtner das Gelände der ehemaligen Pferderennbahn umgestaltet. Sie pflanzten mehr als 2.000 Bäume. Auf 38 Hektar entstanden Themengärten, Spiel- und Sportanlagen sowie ein Skatepark. Das Sandgeläuf der Rennbahn blieb erhalten, die Stallungen wurden zu Ausstellungsflächen.
Geschäftsführerin Annette Nothnagel räumte schwierige Phasen ein. Gleich zu Beginn habe eine Unwetterphase die Schau getroffen, dabei sei ein Baum auseinandergebrochen. Später folgte eine heiße Phase mit braunen Wiesen. Man sei sehr glücklich gewesen, als nach zwei Tagen Regen alles wieder grün wurde, sagte sie.
Manche Besucher bemängelten zu wenig Schatten sowie zu wenige Blüten und Blumen. Einige Gartenfreunde kehrten enttäuscht nach Hause zurück. Vielen Menschen gefiel die Schau jedoch auch so, wie sie war: als Mischung aus Gärten und Freiwiesen sowie Sport- und Kulturangeboten.
Mehr als 3.000 Veranstaltungen fanden auf den großen und kleinen Bühnen statt. Dazu zählten Gärtnern für Erwachsene und Kinder, Yoga, Boule und viele Sportangebote, außerdem Ausstellungen, Konzerte, Kabarett und Comedy. Gefeiert wurden unter anderem der Weltkindertag und ein großes Römerwochenende. In der Lichtkirche kamen die Religionen zusammen, und mehrere Paare heirateten auf dem Gelände.
Nach dem Ende am Sonntag soll der Park bestehen bleiben, und zwar als „Grünes Herz von Neuss“. Wie Nothnagel erklärte, wird zunächst das große Zelt abgebaut, in dem vor Kurzem noch das Schützenfest gefeiert wurde. Zudem sollen die stark beanspruchten Wege und Flächen überarbeitet werden.
Danach öffnet das Gelände als Bürgerpark. Nothnagel zufolge wird dort anfangs noch teilweise Baustelle sein, weshalb sie um Vorsicht und Beachtung der Absperrungen bittet. Eine Woche lang bleibe der Park komplett geschlossen. Dann könne wieder jeder den Spielplatz nutzen, Sport treiben oder seine Joggingrunde drehen.