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Köln: 2:1 im Rheinderby – Gladbacher Fans randalieren im Gästeblock

Der 1. FC Köln hat das 101. Bundesliga-Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach 2:1 gewonnen. Für Gladbachs neuen Trainer Alexander Blessin endete das Debüt ohne Punkt. Nach dem Kölner Siegtreffer randalierten Teile der Gladbacher Anhänger im Gästeblock, das Spiel wurde kurz unterbrochen.

Badische Zeitung · 11.10.2026 · 18:27 Uhr

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Der 1. FC Köln hat das 101. Bundesliga-Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:1) gewonnen. Für die Gäste endete das Debüt ihres neuen Trainers Alexander Blessin mit einer Niederlage. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, wurde die Partie am 5. Spieltag zudem von Ausschreitungen im Gladbacher Fanblock überschattet.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Kölner Anhänger ihre „Derbysieger“ ausgelassen. Die Gladbacher Profis mussten sich dagegen aus dem eigenen Fanblock „Absteiger“-Rufe anhören. Laut dpa hatten sich einige Gästefans zuvor noch schlechter benommen, als es die Mannschaft auf dem Rasen tat.

Nach dem Treffer von Saïd El Mala zum 2:1 in der 67. Minute randalierten Gladbacher Anhänger im Gästeblock. Teilweise schossen sie Leuchtraketen in die Kölner Zuschauerränge, außerdem wurden Plexiglas-Trennscheiben zerstört. Das Spiel ruhte daraufhin für wenige Minuten.

Gladbachs Robin Hack sagte bei DAZN, aus der Fankurve habe ihm Enttäuschung entgegengeschlagen – und zwar zu Recht. Sportchef Rouven Schröder erklärte, die Fans hätten nach fünf Spielen ebenso wenig einen Punkt wie die Mannschaft, denn beide gehörten zusammen. Er habe aggressive Gesichter gesehen und könne die große Frustration nachvollziehen. Das Derby bedeute den Anhängern wie dem Verein alles, deshalb sei der Tag für alle sehr schmerzhaft gewesen. Das Geschehen im Block gehöre jedoch nicht ins Stadion, sagte Schröder. Es habe alle erschreckt, weshalb die Partie zu Recht unterbrochen worden sei. Der Vorfall solle aufgearbeitet werden, kündigte er an.

Für Köln trafen Isak Johannesson (26. Minute) und El Mala, der bei den FC-Fans beliebt ist. Trainer René Wagner, 38, war zuvor in die Kritik geraten. Mit nun sieben Punkten aus fünf Spielen sitzt er der dpa zufolge wieder sicherer im Sattel. Wagner sagte, die Mannschaft sei am Ende „brutal froh“ über den wichtigen Sieg.

Gladbach bleibt auch unter Blessin ohne Punkt Tabellenletzter. Fünf Niederlagen zum Saisonstart hatte die Borussia zuletzt vor elf Jahren kassiert, damals schloss die Saison dennoch auf Rang vier ab. Eine solche Entwicklung scheint der dpa zufolge in der aktuellen Verfassung kaum vorstellbar. Joe Scallys Treffer in der 39. Minute reichte nicht, die Gäste blieben nach Einschätzung der dpa erneut weit von Bundesliga-Niveau entfernt.

Auch auf Kölner Seite gab es trotz des Erfolgs eine schlechte Nachricht: Ellyes Skhiri fiel kurz vor der Pause aus. Er wurde nach einem unglücklichen Zweikampf mit Gladbachs Florian Neuhaus ins Krankenhaus gebracht. Nach dem Kreuzbandriss von Leih-Stürmer Thijs Dallinga droht dem FC damit der nächste lange Ausfall. Wenige Minuten nach Scallys Ausgleich musste Skhiri auf einer Trage vom Feld gebracht werden.

Der Druck auf beide Teams war von Beginn an zu spüren. Laut dpa wurde mehr gearbeitet als gespielt, auf beiden Seiten gab es etliche technische und defensive Mängel, und die Verunsicherung war groß. Blessin setzte bei seinem Debüt wieder auf eine Dreier-Abwehrkette, die unter seinem Vorgänger Eugen Polanski zum Saisonstart abgeschafft worden war. Polanski war nach drei Spieltagen beurlaubt worden. Für den kurzfristig ausgefallenen Ko Itakura rückte dessen japanischer Landsmann Daiki Hashioka in die Startelf. Kapitän Tim Kleindienst fehlte erneut.

Beim 1:0 war Gladbachs Torhüter Moritz Nicolas gegen Johannessons Schuss in den Winkel chancenlos. Für den früheren Düsseldorfer war es das erste Saisontor. Nach einem Freistoß hatte Kleindienst-Ersatz Isac Lidberg den Ball per Kopf mittig vor Johannessons Füße befördert. Gladbach kassierte im fünften Saisonspiel bereits das 17. Gegentor.

Auch der Ausgleich fiel nach einem Abwehrfehler. Kölns Jahmai Simpson-Pusey verlängerte eine eher harmlose Hereingabe von Lukas Ullrich unglücklich. Skhiri stand zu weit von Scally entfernt, der problemlos einköpfen konnte. Für Aufregung sorgte der provozierende Jubel des US-Amerikaners vor der Kölner Fankurve.

Die zweite Halbzeit begann deutlich rasanter, blieb spielerisch aber ebenso arm. Torszenen entstanden nur zufällig oder durch grobe Fehler, etwa von Hashioka, der El Mala den Ball in den Lauf spielte. Der Nationalspieler scheiterte am stark reagierenden Jan Leszczynski. Der 19 Jahre alte polnische Innenverteidiger hatte kurz zuvor gegen Simpson-Pusey in höchster Not auf der Linie geklärt. Köln gab nun den Ton an und wurde mit einem Weitschuss von El Mala belohnt. Von Gladbach kam im zweiten Durchgang kaum noch etwas nach vorn.

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