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Thomas de Maizière lehrt als Gastprofessor an der Universität Duisburg-Essen

Der frühere Bundesminister Thomas de Maizière ist im Wintersemester 2026/2027 Gastprofessor für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen. Geplant ist auch eine öffentliche Vorlesung.

Rundschau Duisburg · 25.10.2026 · 00:20 Uhr

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Der frühere Bundesminister Dr. Thomas de Maizière lehrt im Wintersemester 2026/2027 an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen als Gastprofessor für Politikmanagement der Stiftung Mercator. In einem Seminar vermittelt er Masterstudierenden Einblicke in politische Entscheidungsprozesse und die Praxis des Regierens. Eine öffentliche Vorlesung ist geplant.

De Maizière, Jahrgang 1954, ist promovierter Jurist. Seine politische Laufbahn begann in den 1980er-Jahren in Berlin. 1990 war er am Aufbau des Amtes des Ministerpräsidenten der letzten DDR-Regierung beteiligt und gehörte der Verhandlungsdelegation zum Einigungsvertrag an. Danach hatte er zahlreiche politische Ämter in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen inne, unter anderem als Chef der jeweiligen Staatskanzleien sowie als sächsischer Finanz-, Justiz- und Innenminister.

2005 wechselte de Maizière in die Bundesregierung, wo er unter Bundeskanzlerin Angela Merkel Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes wurde. Von 2009 bis 2011 sowie erneut von 2013 bis 2018 war er Bundesminister des Innern; dazwischen amtierte er als Bundesminister der Verteidigung. Von 2009 bis 2021 gehörte er dem Deutschen Bundestag an.

In den Seminaren „Taskforce: Demokratie in Gefahr?“ und „Medien und Politik: Transparenz, Ethik und Öffentlichkeit in der Demokratie“ geht es unter anderem um die Steuerung großer Ministerien und Fragen der Staatsmodernisierung. Dazu bringt de Maizière seine langjährige Erfahrung ein. Mit Staatsmodernisierung hat er sich zuletzt auch als Mitgründer der Initiative für einen handlungsfähigen Staat befasst, die von der Stiftung Mercator mitgefördert wird.

PD Dr. Julia Schwanholz, die die Seminare leiten wird, äußert sich hocherfreut darüber, dass mit de Maizière ein Gastprofessor gewonnen werden konnte, der über mehrere Jahrzehnte politische Verantwortung in Spitzenämtern auf Bundes- und Landesebene getragen hat und sich auch nach seinem Amt bis heute intellektuell einbringt.

De Maizière misst dem Austausch mit jungen Menschen besondere Bedeutung bei. Er verweist darauf, dass das Vertrauen vieler junger Menschen in die Politik sinkt, obwohl gerade sie ein Garant für den Fortbestand der Demokratie seien. Es müsse gelingen, ihnen zu vermitteln, wie politische Prozesse ablaufen und wie sie diese mitgestalten können. Dazu will er im Rahmen der Gastprofessur seine Erfahrungen teilen und freut sich auf das Gespräch mit den Studierenden.

Die Stiftung Mercator unterstützt die NRW School of Governance seit 2006 mit verschiedenen Veranstaltungsformaten und der Gastprofessur für Politikmanagement, die seit vielen Jahren an namhafte Persönlichkeiten aus der Politik vergeben wird. Bislang gaben unter anderem Volker Wissing, Armin Laschet, Renate Künast, Annegret Kramp-Karrenbauer, Gregor Gysi, Rita Süssmuth, Andrea Nahles und Christian Wulff den Studierenden exklusive Einblicke in ihre politische Arbeit.

Die Universität Duisburg-Essen entstand am 1. Januar 2003 durch die Fusion der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg und der Universität-Gesamthochschule Essen, die beide 1972 gegründet worden waren. Sie hat rund 40.000 Studierende aus 130 Nationen und gehört nach Studierendenzahlen zu den zehn größten deutschen Universitäten. Ihr Fächerspektrum ist breit und international ausgerichtet. Die Universität ist ein Zentrum der nanowissenschaftlichen und biomedizinischen Forschung sowie der Lehrerausbildung in NRW und bietet mehr als 240 Bachelor- und Masterstudiengänge an. Im Times Higher Education (THE) Ranking belegte sie 2020 den 194. Platz weltweit.

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