Köln gegen Gladbach: 2:1 im Derby, Raketen und Spielunterbrechung
Der 1. FC Köln hat das Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. In der zweiten Halbzeit wurden Leuchtraketen gezündet, eine Plexiglasscheibe im Oberrang wurde herausgeschlagen, das Spiel ruhte kurz. FC-Boss Philipp Türoff äußerte sich zunächst zurückhaltend und verurteilte die Vorfälle später schriftlich deutlich.

Der 1. FC Köln hat das Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 gewonnen. Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen auf den Rängen, über die Sport Bild berichtet.
In der zweiten Halbzeit wurde mindestens eine Plexiglasscheibe im Oberrang herausgeschlagen. Die Trennung soll Gladbacher Anhänger von gemäßigten FC-Fans abschirmen. Anschließend flogen Leuchtraketen: Mindestens drei Geschosse kamen aus dem Borussia-Block und landeten im Kölner Sitzplatzbereich. Aus dem FC-Lager wurden mindestens zwei Raketen auf den Rasen geschossen. Schiedsrichter Florian Badstübner unterbrach die Partie in der 76. Minute für zwei Minuten.
Nach dem Spiel äußerte sich FC-Präsident Philipp Türoff (50) zunächst zurückhaltend. Aus seiner Sicht habe man nichts gesehen, was Anlass für höchste Bestürzung gebe. Es gebe zwar Szenen, die man im Stadion nicht wolle, man müsse aber schauen, wie man damit umgehe. Auf Nachfrage von BILD, ob diese Wortwahl angesichts der Vorfälle angemessen sei, sagte Türoff, man müsse das große Ganze sehen und die Dinge einordnen dürfen. Zugleich betonte er, jeder Verletzte und jeder Böller sei einer zu viel. Er wiederholte, das Geschehen sei nicht völlig aus dem Ruder gelaufen, und nannte die herausgeschlagene Blocktrennung „individuelle Störungen“.
Nach Angaben von Sport Bild dauerte es mehr als fünf Minuten, bis die Polizei im Fan-Block eingriff. Hintergrund ist demnach ein neues Konzept der Stadionallianz NRW, das beim Rhein-Derby erstmals zum Einsatz kam. Es sieht weniger Polizeipräsenz im Stadion und mehr Verantwortung für die Vereine vor. Nach den Vorfällen steht das Konzept laut Sport Bild stark in der Kritik.
Rund eine halbe Stunde nach seiner ersten Einordnung ergänzte Türoff seine Aussagen schriftlich und fand deutlich schärfere Worte. Der Verein verurteile die gewalttätigen Aktionen auf der Nordtribüne aufs Äußerste, erklärte er. Solche Bilder hätten im Fußball nichts verloren und gäben dem Derbysieg einen unschönen Beigeschmack. Über mögliche Verletzte lägen noch keine Informationen vor. Türoff äußerte die Hoffnung, dass möglichst wenige Unbeteiligte zu Schaden gekommen seien.