Doncaster: Mann stirbt nach Tigerangriff im Yorkshire Wildlife Park
Im Yorkshire Wildlife Park bei Doncaster ist am Samstag ein Mann in das Tigergehege geklettert und von einem Tiger angegriffen worden. Er starb an seinen Bissverletzungen. Warum er das Gehege betrat, ist laut BILD bislang ungeklärt. Besucher wurden vom Gelände geführt, die Polizei sicherte den Bereich ab, und der Park blieb über das Wochenende geschlossen.

Im Yorkshire Wildlife Park bei Doncaster in England ist am Samstag ein Mann von einem Tiger tödlich verletzt worden. Er war nach Angaben von BILD aus bislang ungeklärten Gründen in das Tigergehege geklettert. Der Tiger griff ihn demnach sofort an und biss ihn mehrfach in den Rücken. Zahlreiche Familien und Kinder hielten sich zu diesem Zeitpunkt im Park auf und wurden Zeugen des Geschehens.
Ein Augenzeuge sagte der britischen Zeitung „The Sun“, das Tier habe den Mann am Hals hin und her gezogen. Die 36-jährige Hebamme Amy Wright war mit ihrem Ehemann und den beiden Kindern (3 und 6 Jahre) im Park. Sie berichtete, an der Stelle, zu der der Tiger den Mann gezerrt hatte, seien Blutspuren zu sehen gewesen. Andere Augenzeugen erzählten der „Daily Mail“, der Mann sei wie eine „Stoffpuppe“ geschüttelt worden.
Mitarbeiter des Parks setzten Schreckschusspistolen ein, um den Tiger von dem lebensgefährlich verletzten Mann wegzutreiben. Schließlich ließ das Tier von ihm ab und blieb selbst unverletzt. Der Mann erlag seinen Bissverletzungen. Entlang des Besucherwegs wurde anschließend ein schwarzer Sichtschutz aufgestellt.
Die Besucher wurden vom Gelände geführt, die Polizei sicherte den Bereich ab. Videoaufnahmen zeigen laut BILD, wie die Menschen den Zoo geordnet verlassen: Eltern führen ihre Kinder an der Hand oder tragen sie auf den Schultern, andere schieben Kinderwagen. Panik sei darauf nicht zu erkennen, viele Gesichter wirkten jedoch versteinert, einige auch ängstlich.
Wer der Mann war und warum er in das Gehege stieg, wird derzeit ermittelt. Vermutlich gelangte er über eine Aussichtsplattform hinein. Zuvor soll er vor dem Gehege getanzt und einen anderen Besucher um ein Foto gebeten haben.
Der Yorkshire Wildlife Park teilte mit, er arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den genauen Hergang zu klären. Die Sicherheit und das Wohlergehen von Besuchern, Mitarbeitern und Tieren habe weiterhin höchste Priorität. Der Park, der geräumt wurde, blieb am Sonntag geschlossen und bleibt das gesamte Wochenende zu. Eine Tötung oder Einschläferung des Tigers ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen.
Im Yorkshire Wildlife Park leben Sibirische Tiger, von denen es in freier Wildbahn nur noch etwa 500 Tiere gibt. Über das Tigergehege „Land of the Tigers“ führt ein 300 Meter langer Holzsteg.