Buenos Aires: Die Toten Hosen spielen letztes Konzert in Argentinien
Die Düsseldorfer Band Die Toten Hosen hat am Samstag in der Movistar Arena in Buenos Aires vor 14.000 Menschen ihr letztes Konzert in Argentinien gegeben. Nach 34 Jahren und einer engen Bindung zu den Fans flossen im Publikum und auf der Bühne Tränen. Sänger Campino hatte zuvor erklärt, der Abend solle kein trauriger Abschied werden.

Mit einem emotionalen Konzert in der Movistar Arena in Buenos Aires haben sich Die Toten Hosen am Samstag von ihrem argentinischen Publikum verabschiedet. Nach Eindrücken des WDR-Reporters vor Ort flossen am Ende im Saal und auf der Bühne Tränen. Für die Band endete damit eine Ära. Rund 14.000 Menschen waren bei dem Auftritt dabei.
Kurz vor dem Konzert hatte Sänger Campino im Interview betont, der Abend solle nicht traurig enden. Die Band wolle sich angemessen verabschieden, indem sie in Buenos Aires noch einmal mit voller Energie spiele. Als nach der letzten Zugabe, „You‘ll never walk alone“, tatsächlich Schluss war, wollte es aber kaum jemand wahrhaben: Die in Argentinien als „Pantalones Muertos“ bekannte Band wird dort nie wieder live auftreten.
Vor 34 Jahren war die Düsseldorfer Punkrock-Band erstmals nach Argentinien gereist, ohne dass auf einer der beiden Seiten Erwartungen bestanden. Die Musik löste dennoch sofort viel aus. Die Tonart kam an, und auch die Botschaften der Lieder erreichten das Publikum, obwohl anfangs kaum jemand die deutschen Texte verstand.
Campino erinnerte sich vor dem Abschiedskonzert an die erste Tour 1992. Kinder seien damals hinter dem Tourbus hergelaufen, weil sie noch nie Punks mit bunten Haaren gesehen hatten. Die Band sei angestaunt worden wie Außerirdische. Dabei versuchte er nach eigenem Bemühen, vor dem Auftritt nicht zu wehmütig zu werden.
Aus der ersten wilden Tour entwickelte sich laut dem WDR-Bericht eine tiefe Freundschaft zwischen der Band und ihrer wachsenden Fangemeinde in Argentinien. Unter den Besuchern war Juan Manuel Frias, der seit dem ersten Auftritt der Düsseldorfer in seiner Heimat Fan ist. Der Tag des letzten Konzerts war zugleich sein 58. Geburtstag. Er sprach mit Tränen in den Augen, aber strahlend über den Abend.
Emiliano Smolje hört die Band, seit es sie gibt. Für ihn seien Die Hosen die „Stütze meines Lebens“ gewesen, sagte er. Die Musik und die Texte hätten ihm als Jugendlichem geholfen, die letzten Jahre der Militärdiktatur zu überstehen. Die Fans haben Campino und der Band nach dem Bericht nie vergessen, dass sie stets zurückkehrten, auch als viele andere Bands ihre Konzerte wegen der Inflation absagten.
Besonders geschätzt wurde in Argentinien, dass die Musiker immer nahbar und zugänglich waren. In 34 Jahren seien so tiefe Verbindungen entstanden. Campino sagte kurz vor dem Gang auf die Bühne, am Ende komme es auf die Freundschaft an. Vor der Bühne standen argentinische Fans Schulter an Schulter mit Tausenden Fans aus Deutschland und erlebten ein hochemotionales Konzert.
Das Publikum feierte Klassiker vom ersten Album von 1982 wie „Reisefieber“ und sang sie gefühlt geschlossen mit. Ebenso gut kamen neueste Lieder an, darunter der programmatische Song „Die Show muss weitergehen“. Zum Schluss verbeugte sich Campino im Trikot der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft gemeinsam mit seinen Weggefährten dankbar vor dem lautstarken Publikum. Tränenüberströmt sagte er ein letztes Mal auf der Bühne in Buenos Aires „Adios Amigos“.