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NRW: Drei geplante Generalsanierungen der Bahn bleiben bis 2031 im Zeitplan

Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium kürzen ihr Sanierungsprogramm: Bis 2031 sollen nur noch 13 statt 21 Korridorsanierungen umgesetzt werden. In Nordrhein-Westfalen ändert sich nichts, die Strecken Köln-Koblenz, Hagen-Unna-Hamm und Aachen-Köln bleiben terminiert. Acht Korridore rücken auf unbestimmte Zeit nach hinten.

WDR · 09.10.2026 · 18:06 Uhr

Zahlreiche Baustellen zieren das Schienennetz der Bahn in NRW.
Bild aus der Originalquelle

Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium haben am Freitag mitgeteilt, dass bis 2031 weniger Korridorsanierungen umgesetzt werden als bisher vorgesehen. Statt 21 geplanter Generalsanierungen sollen es nun 13 sein. Damit soll es in den kommenden Jahren deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Bauarbeiten geben.

Für Nordrhein-Westfalen bleibt der bisherige Plan bestehen. Bis 2031 sind hier drei Sanierungen vorgesehen: 2028 die Strecke Köln-Koblenz, ebenfalls 2028 die Strecke Hagen-Unna-Hamm und 2029 die Strecke Aachen-Köln.

Außerhalb von NRW sind bis 2031 diese Strecken eingeplant: 2027 Lehrte-Berlin (die Sanierung läuft bereits), Rosenheim-Salzburg und Fulda-Hanau. 2028 folgen München-Rosenheim (1. Etappe) und Lübeck-Hamburg, 2029 Hamburg-Hannover und Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen. 2030 sind Stendal-Magdeburg und Uelzen-Stendal an der Reihe, 2031 Lehrte-Groß Gleidingen und München-Rosenheim.

Acht weitere Generalsanierungen werden erst nach 2031 angegangen, einen genauen Zeitpunkt gibt es dafür nicht. Betroffen sind diese Strecken mit ihren ursprünglich geplanten Zeiträumen: Bremen-Bremerhaven (9. Juli bis 11. Dezember 2027), Koblenz-Mainz (4. Februar bis 7. Juli 2028), Forbach (Moselle)-Ludwigshafen (22. Juni bis 8. Dezember 2029), Stuttgart-Ulm (11. Januar bis 28. Juni 2030), Frankfurt-Heidelberg (28. Juni bis 14. Dezember 2030), Mannheim-Karlsruhe (10. Januar bis 27. Juni 2031), Bremen-Hamburg (27. Juni bis 13. Dezember 2031) sowie Würzburg-Nürnberg (27. Juni bis 13. Dezember 2031).

Nach der Mitteilung von Bahn und Bundesverkehrsministerium wird keine Korridorsanierung gestrichen, sondern lediglich verschoben. Die Priorisierung der Sanierungen ab 2032 solle im kommenden Jahr erfolgen. Offen ist damit, wann die Generalsanierungen aller rund 40 geplanten Strecken abgeschlossen sein werden. Bislang lautete das Ziel, bis 2036 fertig zu sein.

Hintergrund der Streckung ist, dass die bisherige Umsetzung nicht die erhofften Ergebnisse gebracht hat. Das Konzept hatten der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der damalige Bahnchef Richard Lutz im Februar 2023 vorgestellt. Danach sollten bis 2031 rund 40 vielbefahrene Strecken in Deutschland über Monate gesperrt und grundlegend saniert werden. Anschließend sollten sie für etwa zehn Jahre baufrei und deutlich weniger störanfällig sein. Zuletzt war es bei den Sanierungen jedoch immer wieder zu Problemen gekommen. Unter anderem hatten Wettbewerber im Güterverkehr wiederholt bemängelt, Umleitungen seien nicht ausreichend vorbereitet und kommuniziert worden.

Das neue Konzept sieht weniger parallele Baustellen und eine bessere Vorbereitung der Umleitungen vor. Nach Ende der Bauarbeiten soll der Zugverkehr künftig schrittweise wieder hochgefahren werden. Bisher sollten an einem festen Datum wieder alle Züge fahren, was wiederholt zu Problemen wie verspäteten Zügen geführt hatte. Diese Vorgabe gilt allerdings erst für einen späteren Zeitraum: Bei den Baustarts, die für das kommende Jahr geplant sind, ändert sich an der bisherigen Planung nichts.

Eine weitere Neuerung betrifft das digitale europäische Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System). Alle sanierten Strecken sollen künftig vollständig dafür vorbereitet werden. Nach Angaben der Bahn heißt das, dass sämtliche erneuerten Stellwerke ETCS-fähig werden und angepasste Signalstandorte sowie moderne Achszähltechnik verbaut werden. Bisher war dies auf vielen Strecken nur für einzelne Abschnitte vorgesehen. Auch das soll die Pünktlichkeit im Bahnverkehr erhöhen. Im ersten Halbjahr 2026 waren in Deutschland weniger als 60 Prozent der Fernzüge pünktlich.

WDR-Bahnexperte Niklas Hoth sieht in der Verschiebung einiger Sanierungen Konsequenzen aus Fehlern der Vergangenheit. Der neue Zeitplan berücksichtige die knappen Kapazitäten der Bauindustrie und das enorme Bauvolumen insgesamt. Damit zeige die Bahn „Realitätssinn“, so Hoth. Mehrere Großbaustellen gleichzeitig brächten Bauunternehmen und Zulieferer an ihre Belastungsgrenze. Eine Entzerrung trage dazu bei, dass Kosten und Fristen wie kalkuliert eingehalten werden könnten.

Kritik kommt von Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn. Er sagte dem WDR, das Aufschieben dringend nötiger Sanierungen führe langfristig zu noch längeren baubedingten Sperrungen und damit zu verspäteten Zügen. Das sei nicht positiv. Immerhin sei die Bahn aber ehrlich und räume ein, dass sich das bisherige Sanierungskonzept in der Praxis als kaum umsetzbar erwiesen habe.

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