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Bielefeld: IHK NRW fordert beim Handelstag Planungssicherheit für Nahversorgung

Beim 13. IHK-Handelstag NRW in Bielefeld haben Vertreter von IHK NRW, Landespolitik, Kommunen und Handel über wohnortnahe Versorgung beraten. IHK NRW fordert verlässliche Rahmenbedingungen, flexible Regeln und weniger Hürden für Wochen- und Feierabendmärkte. Außerdem will sie vorhandenes Know-how stärker nutzen.

Rheinischer Spiegel · 12.10.2026 · 06:00 Uhr

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Wie lässt sich wohnortnahe Versorgung auch in Zukunft sichern? Darüber haben beim 13. IHK-Handelstag NRW in Bielefeld Vertreter von IHK NRW, der Landespolitik, der Kommunen und des Handels diskutiert. Im Mittelpunkt standen das Planungsrecht, neue Versorgungsmodelle, Wochen- und Feierabendmärkte sowie die Rolle lokaler Initiativen.

Den Auftakt bildete ein Gespräch zwischen Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Petra Pigerl-Radtke, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Beide sprachen über Nahversorgung als Gemeinschaftsaufgabe von Land, Kommunen und Handel.

Sven Schulte, Fachpolitischer Sprecher für Handel und Stadtentwicklung von IHK NRW, sagte, Nordrhein-Westfalen habe kein Erkenntnisproblem. Gute Konzepte, engagierte Unternehmen und starke lokale Akteure seien bereits vorhanden. Nun gehe es darum, ihnen verlässliche Rahmenbedingungen und den nötigen Spielraum zu geben, damit aus guten Ideen konkrete Erfolge werden.

Pigerl-Radtke betonte im Begrüßungsinterview, Nahversorgung betreffe weit mehr als die Frage, wo man am nächsten Tag einkaufen kann. Sie beeinflusse mit, wie attraktiv Städte und Gemeinden als Wohn-, Arbeits- und Unternehmensstandorte seien. Deshalb müssten Nahversorgung, Stadtentwicklung und Wirtschaftsentwicklung stärker zusammen gedacht werden.

Für Investitionen in neue oder bestehende Nahversorgungsstandorte benötigen Unternehmen und Kommunen nach Darstellung von IHK NRW vor allem Planungssicherheit. Der Schutz zentraler Versorgungsbereiche bleibe wichtig. Zugleich müssten die Regeln so flexibel sein, dass unterschiedliche Standorte und Versorgungskonzepte möglich sind.

Wochen- und Feierabendmärkte sieht IHK NRW als wichtige Versorgungs- und Begegnungsorte. Sie fordert, bestehende und neue Formate unkomplizierter zu ermöglichen und unnötige Hürden bei der Umsetzung abzubauen. Das gelte auch für Werbe- und Interessengemeinschaften, Citymanagements und andere private Initiativen. Als geeignetes Instrument nennt IHK NRW die Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG). Das Land solle stärker für deren Nutzung werben und Kommunen sowie Eigentümer entsprechend beraten.

Außerdem plädiert IHK NRW dafür, vorhandenes Know-how konsequenter zu nutzen. Mit der Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen.“ gebe es bereits eine Plattform, auf der Wirtschaft, Kommunen und weitere Partner zusammenarbeiten. Diese Expertise solle stärker und kontinuierlich in handels- und standortpolitische Entscheidungen einfließen.

Schulte erklärte abschließend, bei neuen Herausforderungen müsse nicht jedes Mal bei null begonnen werden. Gute Lösungen gebe es längst. Sie müssten sichtbar gemacht, ermöglicht und erfolgreich auf andere Regionen übertragen werden.

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