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Köln: Gladbach verliert Derby 1:2 und bleibt Tabellenletzter der Bundesliga

Borussia Mönchengladbach hat das rheinische Derby beim 1. FC Köln mit 1:2 verloren und steht weiter ohne Punkt am Tabellenende. Gladbacher Fans fielen mit Leuchtraketen und einer Schlägerei im Gästeblock auf. Trainer Alexander Blessin und Sportchef Rouven Schröder sahen sportlich dennoch Fortschritte.

Tagesspiegel · 12.10.2026 · 06:36 Uhr

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Borussia Mönchengladbach bleibt nach dem rheinischen Derby beim 1. FC Köln Letzter der Fußball-Bundesliga. Die Partie endete 1:2. Für die Borussia war es die fünfte Niederlage im fünften Ligaspiel dieser Saison. Zugleich war es das Debüt von Trainer Alexander Blessin als Gladbacher Coach. Nach dem Abpfiff bekamen die Spieler den Unmut der eigenen Anhänger vor dem Gästeblock zu spüren.

Schon vorher hatten einige Gladbacher Fans für Aufsehen gesorgt. Sie zündeten Leuchtraketen, die teilweise auf die Tribüne mit Kölner Anhängern flogen, und beteiligten sich an einer Prügelei auf den Rängen. Davon zeigte sich auch Sportchef Rouven Schröder erschüttert. Er sagte, er sei selbst Familienvater und wolle nicht erleben, dass Böller durch die Kurven fliegen und er das Gefühl haben müsse, möglicherweise getroffen zu werden. Das gehöre sich einfach nicht.

Ausgelöst wurden die Auseinandersetzungen durch das 2:1 für Köln: Saïd El Mala traf in der 67. Minute. Danach gerieten Anhänger am Gästeblock im Oberrang des Kölner Stadions aneinander. Gladbacher Fans traten Plexiglasscheiben, die die Blöcke voneinander trennen, aus ihrer Verankerung und prügelten sich minutenlang mit Kölnern. Dann griff die Polizei ein. Schiedsrichter Florian Badstübner unterbrach die Partie kurz.

Sportlich fiel die Bewertung bei den Gladbacher Verantwortlichen trotz der Niederlage positiv aus. Der 50-jährige Schröder erklärte, die Mannschaft sei sehr gut eingestellt und vorbereitet gewesen. Mittelfeldspieler Philipp Sander räumte ein, dass das nach dieser Niederlage kaum jemand von Gladbach hören wolle. Die Leistung gebe ihm aber wirklich Mut.

Tatsächlich stand die Borussia in der Abwehr etwas stabiler als zuletzt. Erstmals in dieser Saison kassierte sie weniger als drei Gegentore. Allerdings genügte den Kölnern, bei denen gleich zwei zentrale Stürmer fehlten, ein bestenfalls durchschnittlicher Auftritt zum Sieg. Begünstigt wurde das laut dpa durch individuelle Fehler in der Gladbacher Defensive und durch zahlreiche falsche Entscheidungen bei aussichtsreichen Angriffen.

Blessin lobte vor allem den Einsatz seines Teams. Er habe eine Mannschaft gesehen, die gelebt und bis in die Nachspielzeit alles hineingeworfen habe. Obwohl den Spielern von den eigenen Fans Unmut entgegenschlug, bewegte der 53-Jährige die Profis dazu, länger vor dem Gästeblock zu bleiben. Man müsse dort „Kante zeigen“, sagte er. Ihm sei es enorm wichtig gewesen, damit zu dokumentieren, dass die Spieler alles gegeben hätten.

Blessin zeigte sich überzeugt, dass die Punkte kommen, wenn die Mannschaft so weiterarbeitet. Der 28-jährige Sander sieht es ähnlich. Vor der Mannschaft liege eine Menge Arbeit, er glaube aber an sie. Über die kommenden Wochen werde sich das Team entwickeln und Punkte holen, versicherte er.

Viel Zeit bleibt der Borussia dafür nicht. Im nächsten Spiel trifft sie auf die TSG Hoffenheim, den Tabellenvorletzten, der drei Punkte vor Gladbach liegt. Bei einer weiteren Niederlage könnte der Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze schon früh in der Saison groß werden.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der von 1979 bis 1984 für Borussia spielte, sieht seinen früheren Club in ganz großer Not. In der Sendung Sky90 sagte er, Mönchengladbach werde nicht nur bis zum 20. oder 25. Spieltag gegen den Abstieg spielen, sondern bis zum letzten Spieltag. Wer nach drei, vier Spieltagen den Trainer wechseln müsse, habe schlechte Ergebnisse. Hinzu komme ein Neuanfang, der nicht von einem Tag auf den anderen funktionieren könne.

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